Die Entwicklung der Ausrüstung

 

Die technischen Möglichkeiten der Feuerwehr sind heutzutage sehr beeindruckend. Wenn die Feuerwehrleute zu einem Brand gerufen werden, rücken sie mit Löschwasser, Löschschaum, Leitern, Spritzen und anderen Geräten an. An dieser Stelle möchten wir Ihnen die Geschichte der wichtigsten Geräte der Feuerwehr vorstellen.

Natürlich können wir nur einen relativ groben Einblick geben, da viele Erfindungen schnell wieder verworfen wurden oder die Erfinder nicht bekannt sind.

 

 

Die Feuerlöschpumpe

Der Feuerwehrschlauch

Die Feuerwehrleiter

Der Feuermelder

Der Feuerwehrhelm

 

 


Die Feuerlöschpumpe

 

 

250 v. Chr.

Ktesibius von Alexandrien erfindet ein zweizylindriges Pumpwerk zum Heben von Wasser, dies geriet später jedoch in Vergessenheit.

 

200 v. Chr.

Hero von Alexandrien erfindet den Pumpkessel und des Wenderohr zur Ergänzung der Ktesibius'schen Erfindung, somit kann ein stoßfreier, geschlossener Wasserstrahl erzeugt werden. Auch diese Erfindung geriet bald in Vergessenheit Später dienten gegerbte Tierhäute, gebrannte Tontöpfe und ausgehöhlte Baumstämme als Wasserspeicher und Löschgeräte. Bald setzten sich dann lederne Eimer als Löschgeräte durch, sie wurden von Menschenketten von Hand zu Hand zur Brandstelle und zurück zur Wasserquelle gereicht.

 

14. und 15. Jahrhundert

Einfache Handspritzen, oft mehr Zierde von Bürgerhäusern als wirkliches Löschmittel, werden verwendet; teilweise noch bis ins 17. Jahrhundert hinein. Einsatzbeispiel: großer Brand von London

 

Beginnendes 16. Jahrhundert

Anton Plattner von Augsburg erfindet eine Feuerspritze, ähnlich der von Hero, sie fand jedoch keine Verbreitung und geriet ebenfalls in Vergessenheit.

 

1587

Die Vorläuferin der späteren großen Feuerspritzen wird entwickelt.

 

Anfang 17. Jahrhundert

Die Herstellung von Feuerspritzen wird in Nürnberg aufgenommen und eine große Verbreitung erreicht.

 

Ende 17. Jahrhunderts

Einführung des Windkessels




 

 

Das Bild zeigt eine bespannte hölzerne Handruckspritze um 1756.

 

Es erfolgten weitere Verbesserungen und Neuerungen bis zur Entstehung der heutigen Pumpentechnik.

 

 

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Der Feuerwehrschlauch



Im Bild sehen Sie die damals üblichen Eimer, um Löschwasser zu transportieren.

 

 

Der Druckschlauch:

 

1558

in Augsburg Erwähnung erster Lederschläuche

 

1609

in Jena Herstellung erster genieteter Schläuche

 

1670/ 1690

Jan van der Heyden stellt den ersten Schlauch aus Segeltuch her

 

um 1700

Johann Christoph Beck aus Leipzig webt den ersten Schlauch aus quellfähigem Hanf, dieser geriet aber wegen unzureichender Dichtigkeit in Vergessenheit

 

ca. 1720

Einführung des Hanfschlauches ohne Naht in einigen deutschen Städten

 

1781

Herzog Karl August von Weimar lässt eine Schlauchmanufaktur errichten, später entstanden diese auch in anderen Städten (Annaberg (Sachsen), Gotha, u.a.)

 

1820

erste Gummischläuche sollen in England verwendet worden sein

 

1836

Das Benzingersche Verfahren (Gummierungsverfahren) wird in Deutschland eingeführt. Dabei werden kurze Schlauchstücke gewendet, mit flüssigem Gummi bestrichen, nach dem Trocknen erneut gewendet und durch Hülsen miteinander verbunden.

 

1847

Schläuche, die mit Gummieinlagen an der Innenseite präpariert sind, werden in Hannover entwickelt.

 

ca. 1850 - 1860

In der Hörselgauer Schlauchweberei werden Schläuche produziert, die durch Einreibung der Gummilösung durch Walzen von Innen gummiert werden konnten.

 

1865

Beim Deutschen Feuerwehrtag in Leipzig werden erstmals gummierte Schläuche der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Probleme der Gummischläuche (Zusammenkleben, Rissbildung, u.a.) wurden mit der Zeit durch Entdecken neuer Gummisorten gelöst.

 

ca. 1870 - 1900

Einführung mechanischer Webstühle in die Produktion, dadurch konnte die Produktion erhöht und die Qualität erheblich verbessert werden

 

Der Saugschlauch:

 

17. Jahrhundert

Van der Heyden entwickelt einen sogenannten "Anbringer" (Vorrichtung, um Wasser über einen Schlauch zur Pumpe zu leiten). Der Anbringer wird später mit einer Pumpe versehen, um noch schneller Wasser durch den von van der Heyden erfundenen Saugschlauch zur Pumpe leiten zu können. Die ersten Saugschläuche bestanden aus zusammengenähten Lederstreifen, die Innen durch Kupferblech versteift wurden.

 

Mitte 18. Jahrhundert

Aufkommen der Saugschläuche aus vulkanisiertem Gummi Die Probleme bezüglich der Lebensdauer dieser Schläuche konnten später durch modernere Herstellungsverfahren und verbesserte Werkstoffe gelöst werden. Ansonsten behielt der Schlauch seine Form bis heute.

 

 

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Die Feuerwehrleiter

 

Der Leiter kommt bei Löscheinsätzen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle zu. Sie dient zur Herstellung eines Fluchweges, wenn die vorhandenen Treppen oder andere Ausgänge nicht oder nicht mehr vorhanden und nutzbar sind. Trotz dieser Wichtigkeit fand die Leiter jedoch erst sehr spät Einzug in das Feuerlöschwesen und hat sich trotz einiger Weiterentwicklungen nie wesentlich verändert.

 

1605 v. Chr.

erste Sprossenleitern werden erwähnt

 

123 v. Chr. bis Ende 5. Jahrhunderts (Zeit der Römer)

Nennung von Leitern in römischen Feuerlöschordnungen

 

1189

In London erscheint eine Bestimmung, die vorschreibt, das Jeder 1 oder 2 Leitern für Brandfälle bereithalten sollte.

 

15. Jahrhundert

Steckleitern werden entwickelt

 

18. Jahrhundert

freistellbare, ausziehbare Leitern werden entwickelt

 

1761

Der Münchner Stellmacher Bürner fertigt Leitern mit aufeinandergleitenden Holmen an. Die Leitern werden durch Seile oder beim Steigen von Hand ausgezogen.

 

1783

in München wird erstmals eine Hakenleiter erwähnt

 

Ende des 18. Jahrhunderts

Zum Ausziehen der Leitern werden Winden verwendet. Die Leitern wurden erstmals auf Wagen gebaut, um sie fahrbar zu machen.

 

19. Jahrhundert

die dreiholmigen Anstellleitern verlieren an Bedeutung, die zweiholmigen werden weiterhin verwendet

 

1806

Eine fahrbare Leiter mit 15 Metern Steighöhe wird als Berner Leiter bekannt. Die erste bekannt gewordene Drehleiter wird von Wagnermeister Lange bei Zürich gefertigt.

 

1808

Wagnermeister Scheck liefert seine Konstruktion (ähnlich der von 1806) nach Knittlingen.

 

1864

Conrad Dietrich Magirus gründet eine Feuerlöschfabrik und stellt u.a. leichte drehbare, freistellbare Feuerwehrleitern her; diese wurden als "Ulmer Leitern" bekannt.

 

1875

Fischer und Stahl aus Nürnberg bauen die erste 22 Meter hohe Drehleiter. Da diese dort keinen Anklang fand, wurde sie umgebaut und an die Feuerwehr Leipzig abgegeben.

 

1878

Die Firma Hönig aus Köln meldet eine Drehleiter, bei der die Leiter auf einem drehbaren Turm sitzt, zum Patent an.

 

1892

Magirus stellt seine komplett durch Handgetriebe regelbare Drehleiter vor.

 

 

Da das Ausfahren der Leitern von Hand immer enorme Zeit in Anspruch nahm, versuchte man das Ausfahren zu Motorisieren. Dazu verwendete man zunächst Kohlensäure- und Elektromotoren, später Dampfmaschinen und Verbrennungsmotoren.

 

 

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Der Feuermelder

 

In den ältesten Feuerlöschordnungen wird den Einwohnern befohlen, durch Geschrei einen Brand zu melden. Später wurden dann dazu Trommeln oder das Läuten der Glocken genutzt. Mit Einführung der Türmer und Nachtwächter bekamen diese dann die Aufgabe zugewiesen, möglichst schnell Alarm auszulösen. Dieses System führte aber häufig zu Irrtümern.

Als die Telegraphen erfunden wurden, fanden sie schnell Einzug in das Löschwesen.

Es ist bekannt, dass 1851 die Firma Siemens in Berlin die ersten elektrisch arbeitenden Feuermelder eingebaut hat. Dieses System bewährte sich bestens und wurde bald von anderen großen Städten übernommen.

 

 

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Der Feuerwehrhelm

 

Mitte des 19. Jahrhunderts

Zu dieser Zeit entstanden die erste Feuerwehren. Anfangs gab es keine Schutzkleidung, sondern es wurden nur leichte Drillichanzüge getragen, doch bald erkannte man die Notwendigkeit einer guten Schutzkleidung. Um wenigstens den Kopf zu schützen, wurden Kappen aus Leder oder Helme aus Messing- oder Eisenblech eingeführt. Ausrangierte Pickelhauben des Militärs wurden modifiziert und ebenfalls als Helme verwendet. Die Messinghelme setzten sich vor allem im süddeutschen Raum durch. Es gab keine festen Regeln oder Normen, die die Art des Helmes betrafen. Später wurden Verzierungen auf den Helmen aufgebracht, die zur besseren Stabilität und zur Kennzeichnung der Funktionsträger dienten. Intensive Forschungen zum Feuerwehrhelm begannen erst nach dem ersten Weltkrieg. Versuche mit Kunststoffhelmen wurden durchgeführt, der Schutz reichte aber nicht aus und so wurden die Helme in der folgenden Zeit aus Aluminium oder Stahl hergestellt, da sie mehr Schutz boten.

 

1933

Normen zur Vereinheitlichung der Feuerwehruniformen wurden eingeführt

 

1934

Stahl- oder Aluminiumhelme mit Nackenschutz und Kamm wurden vorgeschrieben

 

November 1938

Feuerwehr wurde in die Polizei überführt, Fahrzeuge und Uniformen wurden grün

 

ab 1939

Die Kämme wurden weggelassen und vorhandene Löcher mit Nieten versehen um Metall zu sparen, da es für die Waffen- und Flugzeugproduktion dringender benötigt wurde.

 

1945

das Feuerwehrwesen lag am Boden, alte Luftschutz-, Wehrmachts- oder Feuerwehrhelme wurden getragen

 

1954

Die DIN-Norm 14 904 wurde erschaffen. Sie enthielt Festlegungen, die die Form und Beschaffenheit der Helme vorschrieben. Das Vorhandensein eines Kammes war freigestellt, die Farbe der Helme wurde zunächst auf schwarz festgelegt.

 

1965

Die Helme mussten nun nachtleuchtend hellgrün sein, um den Feuerwehrmann auch im Dunkeln kenntlich zu machen.

 

1992

Eine EU-Norm legte nun die weitere Merkmale der Schutzhelme fest, so dürfen keine elektrisch leitenden Teile vorhanden sein u.a.. Dies führte zur Auferstehung des Kunststoffhelmes.

 

1990

Die Chromhelme der DDR verschwanden und wurden durch Modelle entsprechend der EU-Norm ersetzt.

 

 

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